Praxis · Dokumente

Barrierefreie Dokumente erstellen: Word, PowerPoint und Excel.

Nicht nur PDFs müssen barrierefrei sein. Die Grundlage entsteht im Quelldokument. So gestalten Sie Word-, PowerPoint- und Excel-Dateien zugänglich – und sparen sich aufwendige Nacharbeit.

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Warum im Quelldokument anfangen?

Ein barrierefreies PDF entsteht fast immer aus einem gut strukturierten Ausgangsdokument. Wer Überschriften, Alternativtexte und Struktur schon in Word oder PowerPoint anlegt, überträgt sie beim Export automatisch ins PDF. Die nachträgliche Reparatur eines untaggten PDFs ist dagegen deutlich aufwendiger und fehleranfällig.

Barrierefreie Word-Dokumente

Nutzen Sie die eingebauten Formatvorlagen für Überschriften statt manueller Vergrößerung. Vergeben Sie Alternativtexte über das Kontextmenü „Alternativtext bearbeiten”, erstellen Sie Tabellen über die Tabellenfunktion mit echter Kopfzeile und schreiben Sie sprechende Linktexte. Word bringt unter „Überprüfen” eine eigene Barrierefreiheitsprüfung mit.

Barrierefreie PowerPoint-Präsentationen

Jede Folie braucht einen eindeutigen Titel – auch wenn er optisch ausgeblendet wird –, damit Screenreadernutzer navigieren können. Prüfen Sie die Lesereihenfolge der Objekte im Auswahlbereich, vergeben Sie Alternativtexte und vermeiden Sie wichtige Informationen ausschließlich in Bildern. Animationen sollten sparsam und nicht zeitabhängig sein.

Barrierefreie Excel-Tabellen

Geben Sie Tabellenbereichen aussagekräftige Namen und definieren Sie Kopfzeilen. Vermeiden Sie verbundene Zellen und leere Zeilen, die die Struktur zerreißen. Jedes Tabellenblatt sollte einen eindeutigen Namen tragen. Auch hier hilft die integrierte Barrierefreiheitsprüfung, fehlende Alternativtexte und Strukturprobleme zu finden.

Die Office-Barrierefreiheitsprüfung nutzen

Word, PowerPoint und Excel enthalten unter „Überprüfen → Barrierefreiheit überprüfen” ein integriertes Werkzeug. Es findet fehlende Alternativtexte, problematische Lesereihenfolgen und Kontrastprobleme und schlägt konkrete Korrekturen vor. Wie bei PDFs gilt: Es ersetzt keine inhaltliche Kontrolle, ist aber ein sehr guter Ausgangspunkt.

Häufige Fragen

Überträgt sich die Barrierefreiheit beim Export ins PDF?

Ja, wenn Sie als getaggtes PDF exportieren und die Option für Dokumentstruktur aktiviert ist. Überschriften, Alternativtexte und Lesereihenfolge wandern dann mit. Eine abschließende PDF-Prüfung bleibt empfehlenswert.

Sind Office-Dateien überhaupt von Barrierefreiheits-Pflichten betroffen?

Sobald sie Teil einer digitalen Dienstleistung oder eines öffentlichen Angebots sind, ja. Häufig werden sie ohnehin als PDF veröffentlicht – dann zählt die Barrierefreiheit des Ergebnisses.

Was ist der häufigste Fehler in Office-Dokumenten?

Optisch formatierte statt echter Überschriften. Vergrößerter, fett gesetzter Text sieht aus wie eine Überschrift, wird von Screenreadern aber nicht als solche erkannt. Nutzen Sie immer die Formatvorlagen.

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